SCHATTENARBEIT

Die Schattenarbeit bezieht sich auf Dinge, Personen oder Emotionen die scheinbar von außen kommend uns betroffen machen. Sie dient zum Aufdecken verborgener, meist unbewusster Strukturen, die dem Menschen daran hindern, bewusst auf sein Umfeld zu reagieren und Eigenverantwortung zu übernehmen. Es sollten nur die Themen zur Sprache gebracht werden die durch häufige Widerholungen auffallen.

Für die Patienten sollte aber nur derjenige von ihr Gebrauch machen, der bereit ist zuerst seine eigenen Schatten anzusehen, denn Schattenthemen entstehen ausschließlich nur im gegenseitigen Beziehungsgeschehen!

 

Ähnliches wird durch - überwundenes - Ähnliches geheilt

 

1. Die Ausrede

„Ich konnte nicht kommen, weil.... .“

(Die nicht ausgesprochene Wahrheit: Etwas anders war mir wichtiger.)

 

Eine Ausrede ist teil unser allgemeinen und unbestimmten Umgangsart. Sie dient dem Zweck sich einem Konflikt oder einer Verantwortung zu entziehen. Dabei erzeugt sie immer eine Art Ohnmachtgefühl im anderen. Sie bereinigt nie eine Situation sondern hinterlässt ein unbefriedigtes Gefühl. Es ist wichtig nicht auf das zu schauen, was real eine Situation verhindert hat, sondern welcher Impuls dazu geführt hat.

 

Die Führung:

Die Prioritäten erkennen. Sich für das entscheiden, was wichtiger ist. Bewusst in einen eventuell anstehenden Konflikt gehen. Sich entscheiden bedeutet immer jemanden zu verletzen oder zu enttäuschen. Dabei ist es wichtig den eigenen Schmerz zu spüren, dadurch werden die Entscheidungen und Beziehungen wertvoll.

 

 

2. Die Beschwerde

1. „Man nimmt mich nicht ernst.“

2. „Keiner liebt mich.“

(Die nicht ausgesprochene Wahrheit: Sie nimmt sich selbst nicht ernst (1), sie liebt sich selbst nicht (2).)

 

Die Führung:

zu 1.: Beispiele finden, wo Wort und Tat nicht übereinstimmen.

„Ich hatte gesagt, dass mich der Lärm stört, aber keiner kümmert sich darum.“

      Die Beschwerde wird oft so allgemein geäußert, dass sich niemand angesprochen fühlt. Es gilt die Frage, wer eigentlich wirklich gemeint ist. Es ist wichtig in den direkten Kontakt zu gehen. Erst dann stellt sich die Frage, welche Konsequenzen zieht derjenige aus dieser Missachtung. Wahrscheinlich keine oder keine wirklich wirksamen.

 

zu 2.: „Ich hatte mir vorgenommen (aus guten Gründen) nicht zu der Feier zu gehen, bin aber dann doch gegangen.“

Wer sich selbst liebt, geht mit sich selbst liebevoll und sorgsam um.

(Ohne dieses „liebe dich selbst“ ist eine wahre Liebe dem anderen gegenüber nicht möglich, sondern verdeckt nur das eigene Defizit.)

Außerdem kann es wichtig sein die Frage zu stellen, was wäre, wenn alle sie lieben würden? Könnte sie das aushalten? Oder geht es nur um die Liebe von einigen und nicht um alle?

 

3. Die Behauptung

„Ich will nicht.....“ (wenn diese Behauptung immer wieder gesagt werden muss und andere sie immer wieder missachten), z.B. „Ich will nicht, dass mich immer alle zur Begrüßung umarmen.“

(Die nicht ausgesprochene Wahrheit: Sie will ......)

 

Die Führung:

Sie will.....aber was?, es muss nicht ums Umarmen gehen. Vielleicht will sie Nähe, kann aber nicht genau die Grenze ziehen von wem und wie viel, also verzichtet sie ganz.

      Oder es gibt eine alte Verletzung, die durch die Umarmungen wachgerufen wird. Dann ist es wichtig diese Wunde erst zu heilen.


4. Die Entrüstung oder der Zorn

„Es macht mich wütend, wenn.....“

„Die Dummheit der Menschen regt mich extrem auf.“

(Die nicht ausgesprochene Wahrheit:

1. Ich bin selbst so oder

2. Es handelt sich um Neid.)

 

Die Führung:

In dem, was wütend macht, verbirgt sich ein Anteil, den ich mich nicht zu leben oder zu zeigen getraue oder es symbolisiert etwas, zu dem ich nicht stehen kann.

 

5. Die scheinbar edle Absicht

„Ich habe aus guter Absicht heraus so und so gehandelt und dabei jemand anderen in Schwierigkeiten gebracht.“

„Ich habe es doch nur gut gemeint.“

(Die nicht ausgesprochene Wahrheit:
nicht die Absicht deutet auf die Wahrheit hin sondern ausschließlich das Ergebnis

1. Hinter der Handlung steht ein unbewusster, verdeckter Wunsch, denjenigen in Schwierigkeiten zu bringen oder sich für etwas rächen.

2. Es kann sich auch um den Wunsch handeln in Kontakt zu kommen (verdeckte Sympathie).)

 

Die Führung:

Das Gute ausklammern und nur Assoziationen darüber entstehen lassen, warum man denjenigen verletzen wollte, denn es ist eine Tatsache, dass Schaden angerichtet wurde, wider besseren Wissens.
z. B. es gab vorher Situationen, durch die derjenige verletzt, nicht gewürdigt oder beachtet wurde oder......usw., und nun folgt die heimliche Rache oder

es gab vorher Situationen, in denen sie ihm nicht sagen konnte, welche Sympathien sie für ihn empfindet und ihn nun ärgern will. Nicht konstruktive Form von Zuneigungsbeweisen (Jungen ziehen Mädchen am Zopf, weil sie nicht wissen, wie sie sich ihnen nähern sollen).


6. Die Übertragung

Eine Übertragung ist ausschließlich nur durch ein Resonanzgeschehen möglich. Das bedeutet, dass immer dann wenn jemand von Übertragung spricht und damit meint, dass das Problem nur beim andere liegt und er nichts damit zu tun hat, er sich damit selbst aus der Eigenverantwortung stehlen möchte.
(Die nicht ausgesprochene Wahrheit:
Eine Übertragung offenbart immer eine gegenseitige Beziehung, bei der sich der eine im anderen spiegelt.)

Die Führung:

Wodurch kam die Übertragung zustande, welche Anteile haben sich gespiegelt?

 

7. Kritik und Lob

Sowohl Kritik, wie auch Lob können dann als Schattenthemen verstanden werden, wenn das eine oder andere fast ausschließlich zur Anwendung kommt.

 

Zum einen dient Kritik oft zur Kontaktabwehr, weil der Kritisierende keinen konstruktiven Weg kennt um Kontakt aufzunehmen, obwohl genau das sein Wunsch sein könnte.
Zum anderen kann es sein, dass derjenige hinter seiner Kritik den Mangel verbirgt Lob zu verteilen und anzunehmen.

Allgemein hat nur der das Recht zur Kritik, der zu dem anderen eine Beziehung hat oder aufbauen möchte.

 

Auch der ewig Lobende benutzt diese Strategie oft zur Kontaktabwehr, weil der, der lobt über den anderen steht oder sich selbst stellt. Echter gegenseitiger Kontakt kann nicht entstehen.
Außerdem verbirgt sich hinter dem Lob eventuell ein Wunsch nach narzisstischer Bestätigung (durch das Lob erhält derjenige Anerkennung zurück)

Allgemein sollte nur der Loben, der auch zur Kritik oder zum Konflikt bereit ist damit eine echte Beziehung entstehen kann.